Vergleich und Optimierung von zentral und dezentral orientierten Ausbaupfaden zu einer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in Deutschland

Die Experten für komplexe Simulationen um Prof. Dr. Ing. Joachim Twele und Dr. Christian Breyer vom Reiner Lemoine Institut haben im Auftrag vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft, der Haleakala-Stiftung und der 100 prozent erneuerbar stiftung in verschiedenen Szenarien berechnet, welche Auswirkungen unterschiedliche regionale Verteilungen von Erneuerbare-Energie-Anlagen auf die Gesamtkosten des Energiesystems haben. Hierfür haben sie ein ausgeprägt zentralistisches Szenario, in dem Erneuerbare-Energie-Anlagen nur dort installiert werden, wo die spezifischen Stromerzeugungskosten am niedrigsten sind, wo also die Sonne am meisten scheint und der Wind am stärksten weht, einem dezentrales Szenario gegenübergestellt. Das Ergebnis ist in der Studie „Vergleich und Optimierung von zentral und dezentral orientierten Ausbaupfaden zu einer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in Deutschland“ nachzulesen.
In diesem Vergleich zwischen einer weitgehend dezentralen und extrem zentralistisch ausgeprägten Energiewende zeigen sich keine wesentlichen Unterschiede der Gesamtkosten. Es sprechen jedoch drei Faktoren für eine dezentrale Energiewende:
(1) Der Faktor Risiko: Ein zentrales Szenario setzt mehr Übertragungsnetzausbau und mehr Speicher voraus – beides sind Optionen, die mit hohem Risiko verbunden sind.
(2) Der Faktor Klimaschutz: Dezentral kommen wir leichter weg von konventionellen Energien.
(3) Der Faktor Energieimporte: Dezentral können wir leichter Importkosten für Steinkohle und Erdgas sparen.
Darüber hinaus sind im Falle einer dezentralen Energiewende positive Effekte auf die regionale Wertschöpfungskette zu erkennen. Doch wie groß sind diese Unterschiede im Vergleich zu der dezentralen Energiewende? Die Antwort: Der Abstand zwischen Energiewende-Gewinner-Regionen und Energiewende-Verlierer-Regionen ist bei einer zentralen Energiewende um gut 40 Prozent größer als bei einer dezentralen Energiewende.
Schlussendlich haben die Wissenschaftler festgehalten, dass die jährlichen Gesamtkosten für Erzeugung, Transport und Speicherung des Stroms in einer Welt, in der annährend der gesamte Strom aus erneuerbaren Energie stammt, nicht wesentlich höher sind als heute.
Die komplette Studie finden sie hier.