
Ein modernes Auto setzt bestenfalls 30 Prozent der eingesetzten chemischen Energie – Benzin oder Diesel – in Bewegungsenergie um. Der Rest – mindestens 70 Prozent - verpufft in Form von Wärme in die Umgebung. Ein hochwertiger Elektroantrieb, wie er zum Beispiel im Tesla Roadster (Foto) verbaut worden ist, bringt mindestens 80 Prozent der eingesetzten elektrischen Energie als Bewegungsenergie auf die Straße. 10 Prozent der elektrischen Energie gehen beim Ladevorgang verloren. Etwa 10 Prozent fließen in die manchmal notwendige Kühlung oder Erwärmung der Hochleistungs-Akkus für den Antrieb.
Elektromobilität für alle muss vor allem leichtere, kleinere Fahrzeug-Konzepte und damit weniger elektrische Energie für unsere Fortbewegung bedeuten. Zu wirksamem Klimaschutz trägt diese neue Mobilität vor allem dann bei, wenn der Fahrzeugakku mit erneuerbaren Stromquellen, Wind, Wasserkraft, Photovoltaik, Biomasse oder Geothermie, geladen wird. Eine Verlagerung der CO2-Emissionen vom fossilen Öl zum fossilen Kohlekraftwerk oder zum Atomkraftwerk, die uns heute den Strom liefern, hilft dem Klima wenig. Vor allem bliebe die wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bestehen.
12.000 Kilometer legt jeder Bundesbürger im Durchschnitt jedes Jahr mit dem Auto, dem Symbol für Freiheit und Wohlstand schlechthin, zurück. Die Sache hat einige Haken: Hinten am Fahrzeug pustet jeder der rund 500 Millionen PKWs dabei mehr oder weniger unauffällig Klimagase und Schadstoffe in die Atmosphäre, wenn wir täglich rund um den Erdball milliardenfach von A nach B fahren. Fast ein Drittel der von Privathaushalten genutzten Energie geht auf das Konto von Transport und Mobilität. Mit negativen Folgen für Klima, Atemluft und - angesichts steigender Spritpreise - auch für die Geldbörse. Die asphaltierten Lebensadern unserer Gesellschaft werden heute von fossilen Brennstoffen durchströmt, die aus immer wieder von Krisen erschütterten Regionen stammen.
Auch die folgenden Fakten hören Autofahrer – wir alle - nur ungern: Autos und LKW sind laut. Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leben in den Ballungszentren an Hauptverkehrsstraßen und erleiden – häufig schleichend – Gesundheitsschäden, die aus permanentem Lärm resultieren: Nervosität und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge.
Unsere sozialen Strukturen können unter der großen Freiheit leiden und den Freien zum Sklaven machen: Für viele Berufe ist die „hohe Reisebereitschaft“ inzwischen selbstverständlich, das Firmenfahrzeug ein Wirtschaftsfaktor. Denn über 50% der PKW-Neuzulassungen in Deutschland sind steuerbegünstigte Firmenwagen, die wir alle mitbezahlen. Die Reichweiten und Geschwindigkeiten der heute käuflichen Autos mit Verbrennungsmotor machen automobile Langstrecken-Mobilität allzu selbstverständlich. Viele Berufsprofile haben sich inzwischen angepasst. Menschen verleben einen Großteil ihres Arbeitslebens auf der Autobahn – und rasen ohne geregeltes Privatleben unentwegt durch die Republik. Immer mehr Menschen und Familien sind mit dieser Form der Rastlosigkeit überfordert.
Das Elektroauto als Teil eines Energie- und Mobilitätskonzepts
Über kürzere Reichweiten und längere Tankstellenbesuche – an der häuslichen Steckdose - sollten wir uns daher nicht ärgern. Zwar werden bessere Akkus und Akkuwechsel-Systeme entwickelt. Ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept wird das Auto als Langstreckentransportmittel aber ohnehin überflüssig machen. Hier kommen zukünftig die Bahn und ausgereifte Car Sharing-Modelle zum Zug, die uns an jedem Ort Mobilität mit reichlich Reichweite bescheren.
Notwendig ist eine Strategie, die den Aufbau einer neuen Strom-Infrastruktur in den Fokus rückt. Das Smart Grid wird unsere Elektromobile künftig als Stromspeicher in das Stromnetz integrieren. Auftanken oder Stromverkauf aus dem Auto – darüber entscheiden zukünftig Sie, bzw. die Strombezugs-Elektronik in Ihrem Haus.