Hohe Erträge, günstige Preise, emissionsfreie Stromerzeugung: Die Argumente für eine verstärkte Nutzung der Windenergie sind unschlagbar. Wer vom Ausbau der erneuerbaren Energien spricht, meint natürlich alle nicht-fossilen und nicht-atomaren Energieträger – setzt aber in erster Linie auf die Windkraft, denn ihr Potenzial für die Lösung der globalen Energieprobleme und das Erreichen der internationalen Klimaschutzziele ist fast grenzenlos.
Der Wind weht zwar nicht immer, aber er weht immer irgendwo, ist also kalkulierbar und ein kostenloser Energieträger. Im regenerativen Energiemix, der in der Zukunft immer wichtiger werden wird, spielt er schon jetzt die Rolle des Zugpferdes. Allein die Entwicklung innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte ist bemerkenswert.
Beispiel eins: der technologische Fortschritt. Eine moderne Sechs-Megawatt-Anlage erzeugt heute an guten Standorten jährlich etwa 20 Millionen Kilowattstunden (kWh) sauberen Strom, das entspricht dem Jahresbedarf von rund 17.500 Menschen. Zum Vergleich: Der Jahresertrag eines neuen Windrades lag Anfang der Achtzigerjahre bei gerade einmal 35.000 kWh. Gründe für den Anstieg: Moderne Windräder stoßen mit bis zu 140 Meter hohen Türmen in Luftschichten mit weniger Turbulenzen und mehr Wind vor. Mit gutem Grund: Eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit bedeutet eine Verachtfachung des Ertrags. Auch die vergrößerten Rotoren fangen mehr Wind ein und produzieren so größere Strommengen.
Beispiel zwei: der Zuwachs bei den installierten Windrädern. Noch Mitte der 90er Jahre drehten sich in Deutschland gerade einmal 3.500 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.100 MW. Im Oktober 2009 gab es schon gut 20.500 Windräder mit einer Gesamtleistung von etwa 25.000 Megawatt (MW). Mit ihren Stromerträgen decken sie gut sieben Prozent des deutschen Jahresverbrauchs ab (2008). Die Entwicklung im globalen Maßstab ist ähnlich rasant: Einer Leistung von 6.100 MW im Jahr 1996 stehen im Jahr 2008 121.000 MW gegenüber, das entspricht einem Zuwachs um den Faktor 20.
Technik ausgereift - Potenzial noch nicht ausgeschöpft
Die Technik ist ausgereift, doch das Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft. Denn vor allem der Austausch älterer durch leistungsfähigere Turbinen (Repowering) und die Eroberung der Meere (Offshore) bieten beste Perspektiven für den weiteren Ausbau der Windenergie. Allein die deutsche Bundesregierung plant, bis 2030 in Nord- und Ostsee 40 Offshore-Windparks zu errichten, deren Stromerträge bis zu zwölf Millionen Haushalte versorgen können.
Nicht nur die Hersteller und Projektentwickler von Großanlagen und Windparks schreiben mit heißer Feder an ihrer Erfolgsstory. Für Landwirte, Unternehmen, aber auch Privatleute sind Kleinwindanlagen mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt häufig eine attraktive Ergänzung zum Strombezug aus dem Netz. Auch Verbraucher in netzfernen Regionen können sich mit Hilfe dieser Technik mit Strom versorgen.
Weitere Informationen finden Sie beim Bundesverband WindEnergie (hier insbesondere Publikationen und Hintergründe), bei der Agentur für Erneuerbare Energien sowie beim Global Wind Energy Council und bei der European Wind Energy Association.