Soziale Öffnung der Energiewende

dynamis – für eine sozial nachhaltige Energiewende!

 
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dynamis ist ein Think-Do-Rethink Tank, der von der 100 prozent erneuerbare stiftung, der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft sowie dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) gegründet wurde. Die Kooperation aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft nimmt mit dynamis eine wichtige Leerstelle des Energiewendediskurses systematisch und umfassend in den Fokus: die soziale Nachhaltigkeit.

Bisher wird die Diskussion über die Energiewende zu sehr auf ökonomische, technische und juristische Aspekte reduziert. Zentrale gesellschaftliche Risiken, Chancen und Herausforderungen werden nicht ausreichend berücksichtigt. Aber wie lässt sich eine faire und gerechte Teilhabe aller erreichen – im Hinblick auf wirtschaftliche Beteiligung, politische Mitbestimmung und die Verwirklichung von Lebenschancen? Diese Frage entscheidet über die Gestaltung der Energiewende ebenso wie über deren Akzeptanz in der Bevölkerung, und sie wird wegweisend für den Umgang mit Dezentralität und die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung der Energieversorgung sein.

Im Umbau hin zu einer dezentralen, auf erneuerbaren Energien beruhenden Energieversorgung liegen erhebliche gesellschaftliche Potentiale. Er öffnet neue Gestaltungsoptionen für gesellschaftliches Engagement; Menschen können sozialen Zusammenhalt neu erleben und an politischen Prozessen stärker mitwirken. Kurz: Es bietet sich die Chance, technische, ökonomische und soziale Innovationen in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

dynamis soll einen Beitrag dazu leisten, diese Potentiale zu identifizieren und mithelfen, sie zu heben. Das Ziel ist, die Energiewende als partizipatives Gemeinschaftswerk so umzusetzen, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen, Schichten und Milieus daran mitwirken können.

Prometheus

 
Faire und grechte Energiewende

Die 100 prozent erneuerbar stiftung veröffentlicht Anfang 2016 die Studie Prometheus: Menschen in sozialen Transformationen am Beispiel der Energiewende. In dieser behandeln Prof. Dr. Dieter Rucht, PD Dr. Heike Walk und Dipl.-Pol. Melanie Müller die Beweggründe, weshalb sich Menschen für die Energiewende engagieren, wie diese sich in diesem Transformationsprozess verhalten und welche Ableitungen daraus für den Status und den Fortgang der Energiewende gezogen werden können.

Die Bedeutung des Menschen in der Gestaltung der Energiewende wird häufig politisch nicht erkannt. Daher neigen Politiker dazu, technokratische Entscheidungen zu treffen. Diese Haltung ignoriert zwei wichtige gesellschaftliche Trends:

  • Den Wunsch nach Autarkie und Selbstwirksamkeit
  • Den Wunsch nach Wahlfreiheit und Selbstbestimmung

Erkennbar sind diese Wünsche in einer neuen Engagementkultur, die aber schichtabhängig ist. In der Folge sehen die Herausgeber der Studie zwei Herausforderung:

  • Eine stark regulatorische Steuerung durch den Gesetzgeber verringert nicht nur die Akteursvielfalt und Akzeptanz der Energiewende, sondern riskiert vielmehr durch die mangelnde Integration gesellschaftlicher Entwicklungen einen Bruch zwischen den „oberen“ und den „unteren“.
  • Eine sich selbstüberlassene dezentrale Energiewende besitzt durch ihre einseitige Engagementstruktur soziale Sprengkraft.

Die 100 prozent erneuerbar stiftung wird weitere Projekte in diesem Bereich mit ihren Partnern initiieren.