»Die Energieversorgung der Zukunft« – so lautete das Thema eines Workshops, zu dem Matthias Willenbacher, Gründer und Vorstand von juwi, im Jahr 2007 eingeladen war. Die vorsichtigen, wenn nicht sogar konservativen Einschätzungen seiner Mitdiskutanten motivierten ihn und seinen juwi-Mitvorstand Fred Jung zur Gründung der Kampagne »Grenzen durchbrechen«. Was heute als sogenannte »Energiewende« dem Zeitgeist entspricht, war damals Provokation. Deutlicher wurde das, als die unternehmensfinanzierte Kampagne ein Jahr später in »100% erneuerbar« umgetauft wurde.
Dass es Jung und Willenbacher Ernst ist mit »100% erneuerbar«, zeigte sich in der Folge durch viele Maßnahmen in Rheinland-Pfalz und Umgebung. Dort, wo die beiden Unternehmer viele Erneuerbare-Energie-Anlagen realisiert haben, erzählten sie Politik, Medien und Bevölkerung von ihren Erfahrungen und überzeugten sie von der Möglichkeit, in absehbarer Zukunft, mancherorts 2020, anderenorts 2030, Kommunen, Regionen und ganze Landstriche mit Strom rein aus erneuerbarer Energie zu versorgen. So wurden Szenarien für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland sowie für einzelne Kommunen und Landkreise erstellt, die aufzeigen, mit welchen Mitteln Energieautarkie zu erreichen ist. Hinzu kamen viele Veranstaltungen und Informationsmaterialien und das vielleicht bekannteste Aushängeschild der Kampagne: die »100%-Krawatte«. Leuchtend orange ist sie auch heute ein Statement für den Wandel und beliebtes Accessoire der immer größer werdenden 100%-Gemeinde.
Schon früh angedacht war die Gründung einer 100 prozent erneuerbar stiftung, die vor allem übergreifend aktiv sein sollte. Seit Juli 2010 gibt es diese Stiftung, die gewissermaßen Rechtsnachfolgerin der 100% erneuerbar Kampagne ist. Daneben existiert der weiterhin lokal aktive 100% erneuerbar Verein, in dem einige Mitarbeiter der Stiftung ehrenamtlich tätig sind.


