Kundenanlage: Unterschied zwischen den Versionen

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Nehmen wir an, Du bist Mitglied in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oder einer Wohnungsgenossenschaft. Deine WEG oder Deine Genossenschaft betreibt auf dem Dach Eures Hauses eine Photovoltaik-Anlage. Wenn sie den dort erzeugten Strom an Bewohner:innen des Hauses liefert, liegt eine Versorgung über eine Kundenanlage vor.  
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Nehmen wir an, Du bist Mitglied in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oder einer Wohnungsgenossenschaft. Deine WEG oder Deine Genossenschaft betreibt auf dem Dach Eures Hauses eine Photovoltaik-Anlage. Wenn sie den dort erzeugten Strom an Bewohner:innen des Hauses liefert, liegt eine Versorgung über eine '''Kundenanlage''' vor.  
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Als Kundenanlagen werden gem. § 3 Nr. 24a EnWG jene Energie-Erzeungungsanlagen verstanden, wenn über eine kundeneigene Energieanlage Letztverbraucher angeschlossen sind und diese Anlage mit einem [[Summenzähler]] vom Netz der allgemeinen Versorgung abgegrenzt ist. Mit dieser Definition wird das Ziel verfolgt zwischen dem Beginn des regulierten Netzes und dem Ende der nicht gesteuerten Kundenanlage zu differenzieren. Damit dies gelingt und es sich um eine Kundenanlage handelt, müssen folgende Merkmale erfüllt werden:<ref>https://wiki.hs-schmalkalden.de/EnRKundenanlage</ref>
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* Räumlich, zusammengehörendes Gebiet
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* Verbindung mit einem Energieversorgungsnetz oder Erzeugungsanlage
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* Für den Wettbewerb unbedeutend
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* Unentgeltliche und diskriminierungsfreie Bereitstellung zum Zwecke der Belieferung mittels Durchleitung
  
 
Eine Versorgung über eine Kundenanlage ist im Prinzip immer dann gegeben, wenn der Strom im unmittelbaren räumlichen Umfeld, also in der Regel auf dem gleichen Grundstück, verbraucht wird, ohne durch das öffentliche Netz geleitet zu werden. Soweit es sich bei der Kundenanlage um eine Solaranlage bis zu 100 Kilowatt handelt, kann für die Versorgung über die Kundenanlage eine [[Mieterstrom]]-Förderung in Anspruch genommen werden.  
 
Eine Versorgung über eine Kundenanlage ist im Prinzip immer dann gegeben, wenn der Strom im unmittelbaren räumlichen Umfeld, also in der Regel auf dem gleichen Grundstück, verbraucht wird, ohne durch das öffentliche Netz geleitet zu werden. Soweit es sich bei der Kundenanlage um eine Solaranlage bis zu 100 Kilowatt handelt, kann für die Versorgung über die Kundenanlage eine [[Mieterstrom]]-Förderung in Anspruch genommen werden.  

Version vom 20. April 2021, 14:26 Uhr

Stromlieferung Kundenanlage Unterschuss.png

Nehmen wir an, Du bist Mitglied in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oder einer Wohnungsgenossenschaft. Deine WEG oder Deine Genossenschaft betreibt auf dem Dach Eures Hauses eine Photovoltaik-Anlage. Wenn sie den dort erzeugten Strom an Bewohner:innen des Hauses liefert, liegt eine Versorgung über eine Kundenanlage vor.

Als Kundenanlagen werden gem. § 3 Nr. 24a EnWG jene Energie-Erzeungungsanlagen verstanden, wenn über eine kundeneigene Energieanlage Letztverbraucher angeschlossen sind und diese Anlage mit einem Summenzähler vom Netz der allgemeinen Versorgung abgegrenzt ist. Mit dieser Definition wird das Ziel verfolgt zwischen dem Beginn des regulierten Netzes und dem Ende der nicht gesteuerten Kundenanlage zu differenzieren. Damit dies gelingt und es sich um eine Kundenanlage handelt, müssen folgende Merkmale erfüllt werden:[1]

  • Räumlich, zusammengehörendes Gebiet
  • Verbindung mit einem Energieversorgungsnetz oder Erzeugungsanlage
  • Für den Wettbewerb unbedeutend
  • Unentgeltliche und diskriminierungsfreie Bereitstellung zum Zwecke der Belieferung mittels Durchleitung

Eine Versorgung über eine Kundenanlage ist im Prinzip immer dann gegeben, wenn der Strom im unmittelbaren räumlichen Umfeld, also in der Regel auf dem gleichen Grundstück, verbraucht wird, ohne durch das öffentliche Netz geleitet zu werden. Soweit es sich bei der Kundenanlage um eine Solaranlage bis zu 100 Kilowatt handelt, kann für die Versorgung über die Kundenanlage eine Mieterstrom-Förderung in Anspruch genommen werden.

Für Strom, der aus einer Kundenanlage stammt, müssen keine Netzentgelte und keine Stromsteuer gezahlt werden (siehe Strompreisbestandteile). Aber es besteht die Pflicht, die volle EEG-Umlage zu zahlen. Sofern der/die Betreiber*in keine Mieterstrom-Förderung in Anspruch nimmt, muss er oder sie sich nicht als Energieversorgungsunternehmen registrieren lassen, und er oder sie muss nicht die entsprechenden Pflichten erfüllen.

Stromlieferung Kundenanlage mehr Erzeugung als Verbrauch.png

Nimmt er oder sie aber eine Mieterstrom-Förderung in Anspruch, gelten für ihn/sie die gleichen Pflichten wie bei jeder anderen Stromlieferung auch.

Die Größe einer Kundenanlage kann unterschiedlich sein. Die Kundenanlage darf keine Bedeutung für die Sicherstellung eines unverfälschten Wettbewerbs haben. Letztverbraucher:innen müssen unabhängig von der Wahl des Energielieferanten darüber beliefert werden können. Bei einem Mehrparteienhaus mit bis zu 200 Parteien liegt in der Regel eine Kundenanlage vor.

Bei größeren Wohnanlagen mit mehreren Häusern oder sehr großen Mehrparteienhäuser musst du eine Einzelfallprüfung machen. Dafür gibt es kein behördliches Verfahren, sodass dies jede:r Anlagenbetreiber:in selbst entscheiden muss. Bei Gebäuden, die mehr als 540 Wohneinheiten umfassen, scheidet eine Kundenanlage aus.

Die EEG-Clearingstelle hat bereits mehrere Entscheidungen getroffen, die die Kundenanlage weiter definieren. Außerdem liegen zahlreiche Gerichtsurteile vor.

Kundenanlage mit einem Summenzähler und diversen Kundenzählern